Appell an Ausbildungsbereitschaft der Firmen
Fokus Beruf mir einem erfolgreichen Auftakt – Man kann sogar dem Wetter etwas positives abgewinnen.
(wa) – Ein Rundgang durch die Messehallen: Gefragt sind Give-aways, also kleine Geschenkchen, die es an manchem Stand abzusahnen gibt. Die Plüschtiere bei Tesat sind ebenso schnell verschwunden, wie die Kugelschreiber an zahlreichen Ständen. Die Unternehmen sehen´s locker, auch wenn wieder einer gleich eine Handvoll Kulis hamstert. Die Schüler drängen sich an diesem Freitagvormittag in der Stadthalle und der Karl-Euerle-Halle. Ein Geschiebe ist es zum Teil, so viele Jugendliche sind schon zu Beginn der Messe gekommen.
„Mitmachen lohnt sich“, locken die Profis vom Bau. Das ist natürlich doppeldeutig zu verstehen. Bezieht sich das das doch auf ein Gewinnspiel am Stand, wie auch auf die Berufsausbildung. „Ergreife ich die Chance“. Heißt es am Stand des Metallhandwerks. Erfahrene Meister lassen interessierte Jugendliche selbst einmal eine Maschine in die Hand nehmen und damit arbeiten – ein Aha-Erlebnis für den 16-jährigen Daniel, der gar nicht mehr mit arbeiten aufhören will.
Die Stoba schickt Auszubildende an ihren Stand. Die jungen Leute können ihren Altersgenossen sozusagen auf Augenhöhe von ihrem Beruf erzählen. Zum Beispiel Jacob Ciesar, der im ersten Kehrjahr den Beruf des Maschinen- und Anlageführers erlernt. Stoba bildet derzeit 12 junge Leute in verschiedenen Berufen aus. Lehrlinge und ehemalige Lehrlinge am Stand von dm. Die Drogeriemarktkette ist für ihr Ausbildungsengagement bekannt. In der Regel wird in jeder Filiale drei jungen Leuten die Chance gegeben, Drogistin oder Drogist zu lernen, das ist eine Ausbildung im Einzelhandel mit Zusatzqualifikation. Ein Stück weiter in der Karl-Euerle-Halle ist das Fellbacher Unternehmen AMF zugange. Martina Schaal und Steffen Wietzorek gehören zur Standbesatzung, die den jungen Leuten die Ausbildungsmöglichkeiten in dem namhaften Betrieb der Metallindustrie erläutern. Sie führen an diesem Vormittag schon einige sehr interessante Gespräche.
Von denen berichtet auch Steffen Daiß am Stand des Autohauses Burger-Schloz. Kraftfahrzeugmechatroniker, Lackierer, Karosseriebauer, Büro- und Automobilkaufleute bildet das Unternehmen aus. Daiß erzählt, dass einige Schüler durchaus tiefgreifende Fragen stellen und den Eindruck machen, sich sehr ernsthaft mit ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen. Das wird auch an anderen Ständen bestätigt. Man merke schon, wer wirklich gut vorbereitet zur Messe kommt und wer nicht, heißt es da immer wieder. Bei einigen jungen Leuten werde man das Gefühl nicht los, dass sie nur kommen, weil sie von den Lehrern dazu verdonnert wurden. Die Pflegeschule der Rems-Murr-Kliniken berichtet über ihre Ausbildungsangebote, die vor allem von jungen Frauen nachgefragt werden. Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin (früher: Krankenschwester) wird angeboten, ebenso eine auf Kinder spezialisierte Variante dieses Ausbildungsberufs. Informiert wird auch über weitergehende Möglichkeiten, etwa ein Studium. Potenziale Arbeitgeber sind neben Krankenhäuser die Reha- Einrichtungen oder Krankenkassen. Am Stand der Pflegeschule nutzen die jungen Besucher gerne die Möglichkeit, den Blutdruck oder Puls messen zu lassen. Überhaupt bieten viele Aussteller neben der reinen Information an ihren Ständen Mitmachangebote und „Action“ an. Die verspricht auch der Beruf des Polizeibeamten. Einstellungsberaterin Renate Rösch von der Bundespolizeidirektion Waiblingen bestückt den Prospektständer und befürchtet, schon am Freitagvormittag, dass ihr das Informationsmaterial ausgehen wird. Ruhiger geht es zu dieser Zeit am wenige Meter entfernten Stand des Bauernverbandes zu. Landwirtin Sybille Hönnige und Agrarbiologin Franziska Lang informieren über die für manche überraschend vielfältigen Ausbildungsberufe vom Landwirt über den Pferdewirt bis zu Biologielaboranten. Auch in der Landwirtschaft gibt es einen Trend zur Spezialisierung, weiß Franziska Lang. Das klassische Bild vom Bauern alter Prägung hat ausgedient, ergänzt Sybille Hönnige: „ Der Landwirt muss heute Unternehmer sein, er muss sich in der Politik auskennen und so weiter.“
Axel Grau betreut das Projekt Berufseinstiegsbegleiter, das an vier Hauptschulen im Kreis durchgeführt wird. Hier werden ab der 8. Klasse gezielt solche Schüler unterstützt, die vermutlich bei der künftigen Berufswahl Probleme haben werden. Das Projekt läuft mindestens drei Jahre. Die beim Kreisjugendring angesiedelte Jugendagentur informiert am gleichen Stand über Job Engine, ein Projekt mit Modulen wie Bewerbungscamps und Kompetenzbörsen. Am heutigen Samstag öffnet Fokus Beruf die Pforten ab 9 Uhr. Heute werden vor allem auch Eltern erwartet.
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07. März 2009
Backnanger Kreiszeitung
von Peter Wark
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