Pressestimmen

« zur Übersicht

Künftige Schulabgänger haben die Zukunft im Blick

WAIBLINGEN. 1800 junge Besucher schon am Freitagvormittag: „Strahlende Veranstalter“ machte Kreis-Wirtschaftsförderer Johannes Berner gestern aus. Die erste kreisweite Berufsausbildungsmesse Fokus Beruf mit 86 Ausstellern hatte einen gelungenen Start.

VON PETER WARK
Aus dem ganzen Landkreis kamen gestern vorwiegend Haupt- und Realschüler, aber vereinzelt auch Abiturienten ins Berufliche Schulzentrum nach Waiblingen. In ihren Schulen hatte man es ihnen leicht gemacht, denn der Besuch von Fokus Beruf galt als Unterricht. Noch heute bis 15 Uhr informieren Arbeitgeber, Verbandsvertreter und Ausbildungsexperten über schulische und vor allem berufliche Zukunftschancen. Industrieunternehmen sind ebenso präsent wie Handelsfirmen, das Handwerk und die öffentlichen Arbeitgeber. Hier können die jungen Leute auch gezielt Kontakte knüpfen.

Zimmerermeister Herbert Titze aus Aspach, zugleich Obermeister der Innung, steht an diesem Freitag mit einigen Mitarbeiten am Messestand und beantwortet die Fragen der jungen Leute. Natürlich machen die Unternehmen dies auch aus eigenem Interesse. Während heute der Facharbeitermangel beklagt wird, werden in wenigen Jahren die Lehrlinge knapp werden, dessen sind sich die Firmen bewusst. Die geburtenschwachen Jahrgänge kommen. Schon jetzt sieht Herbert Titze von Jahr zu Jahr größere Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden.

Etwa die Hälfte der anwesenden Schüler zeige echtes Interesse an den angebotenen Berufen, sagt Ausbildungsleiterin Michaela van den Berg von der Backnanger Tesat-Spacecom. Eine Einschätzung, die sich mit der von vielen anderen Unternehmen an diesem Freitag deckt. Das Backnanger Hightechunternehmen bietet Ausbildungsplätze als Elektroniker für Geräte und Systeme sowie für Oberflächenbeschichter an. Dazu kommen mehrere Bachelor-Studiengänge. Etwa 10 bis 12 Ausbildungsplätze will Tesat Spacecom in diesem Jahr besetzen, je nach Qualität der Bewerbungen.

Ehrliches Interesse vieler junger Leute an einer Ausbildung bei der Allmersbacher Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH registriert Ausbildungsleiter Andreas Müller. Höfliger bildet traditionell viel aus. Aktuell liegt die Ausbildungsquote bei 11 Prozent. Ein Beispiel für Karrierechancen im eigenen Haus ist Müller selbst. Denn er hat seinen Weg vom Azubi bis zur Ausbildungsleitung gemacht. Wie an den meisten Ständen stehen auch bei Höfliger Auszubildende ihren Altersgenossen Rede und Antwort. Sie sprechen die Sprache der jungen Messebesucher, so gibt es keine Schwellenängste.

„Sehr, sehr überrascht“ im positiven Sinn zeigte sich Ausbildungsleiter Thomas Conrad von Paal-Verpackungsmaschinen in Remshalden über den Wissensdurst der jungen Leute. Der Auszubildende Mark Klöpfer - er lernt Industriemechaniker - erzählt derweil den Schülern etwas über seinen Lehrberuf. Der Firma Paal geht es wie vielen anderen Unternehmen vor allem im Industriebereich. Sie klagen über die mangelnde Qualifikation vieler junger Bewerber. Firmenchef Claus J. Paal, der vor einem bevorstehenden Bewerbermangel warnt, wird deutlich. Wenn junge Leute nicht einmal ordentlich die Rechtschreibung beherrschten, dann sei es eben schwierig, ihnen einen anspruchsvollen Ausbildungsplatz anzubieten. Dieser Einschätzung schließen sich mehrere befragte Unternehmen an. Dass es allerdings selbst für Bewerber ohne Schulabschluss berufliche Möglichkeiten gibt, das betont Kreishandwerksmeister Roland Wöhr. Es gebe Handwerksberufe, in denen solche Jugendliche durchaus ihren Weg machen könnten. Er selbst habe mit diesen Bewerbern schon gute Erfahrungen gemacht: „Die sind Ihnen ihr Leben lang dankbar.“ Das Handwerk bietet gemeinsam mit dem Berufsbildungswerk Waiblingen (BBW) Kooperationen speziell für junge Leute ohne Abschluss an.

Ausbildung bieten auch die Polizei und der Zoll an. Einstellungsberaterin Renate Rösch von der Polizeidirektion informiert über die Ausbildungsmöglichkeiten. Bei der Polizei steht nach 2010 eine Pensionierungswelle an, da wird Nachwuchs dringend benötigt. Der 17-jährige Heiko aus Winnenden will „eigentlich etwas mit Holz“ machen, erzählt er auf Nachfrage. Warum steht er dann ausgerechnet am Stand eines Unternehmens, das Verfahrenstechniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik ausbildet? „Na ja, man muss halt auch nach Alternativen gucken“. Heiko wird auf jeden Fall mit Erkenntnisgewinn nach Hause gehen. Den können sich andere Schüler und Eltern heute noch verschaffen. Bis 15 Uhr ist diese erste kreisweite Berufsausbildungsmesse in den Räumen des Beruflichen Schulzentrums n der Steinbeisstraße in Waiblingen geöffnet.

Für die kommenden drei Jahre ist die Finanzierung der Messe Fokus Beruf gesichert. Im kommenden Jahr wird sie möglicherweise in Backnang stattfinden.

 

08. März 2008
Backnanger Kreiszeitung
von Peter Wark

« zur Übersicht



   Deine Zukunft – ganz nah


FOKUS BERUF 10  Die Ausbildungsmesse im Rems-Murr-Kreis
FR 05.03 | SA 06.03.2010  Schorndorf, Schulzentrum »Grauhalde«

Startseite
Veranstalter
Berufe
Messe
Online-Tipps

Kontakt
Workshops
Presse
Aussteller
Kurzpräsentationen