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So viele Berufe, so viele Möglichkeiten …

Bei der Ausbildungsmesse „Fokus Beruf 08“ in Waiblingen stehen Azubis Rede und Antwort zu ihrem Beruf

WAIBLINGEN. Was Eduard Heckel in seiner Ausbildung lernt, kennen die meisten, die zu seinem Stand bei Fokus Beruf kommen, nur vom Weg in die Papiertonne. Bei Klingele Papierwerken in Remshalden werden Verpackungen produziert. Bei der Ausbildungsmesse „Fokus Beruf“ im Berufsschulzentrum Waiblingen können sich Jugendliche an 80 Ständen und in 18 Workshops über ihre berufliche Zukunft informieren.

Eduard Heckel ist Auszubildender zum Verpackungsmittelmechaniker und lernt, wie man Verpackungen entwickelt und herstellt. „Den Leuten steht bei meinem Beruf meistens erst mal ein großes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben.“, sagt der 20-Jährige, der den kreativen Teil an seiner Arbeit mag, „aber wenn man es ihnen erklärt, dann fangen sie an, sich zu interessieren.“ Er selber hat über einen Freund von dem Beruf gehört.

Wer nicht von Freunden vom zukünftigen Beruf erfährt oder schon weiß, was er machen will, kann auf der Messe vielleicht seinen Traumberuf finden. Vorgestellt werden mehr als 200 Berufe und Ausbildungsgänge von A wie Altenpfleger bis Z wie Zollbeamtin.

Dass Messen hilfreich sind, findet auch Sina Nuber, die am Stand der Rems-Murr- Kliniken den Pflegerberuf vorstellt: „Ich habe auch Messen besucht, bevor ich mich entschieden habe, Pflegerin zu werden.“ Das Besondere an dieser Messe sei, dass hier viele regionale Arbeitgeber aus dem Rems-Murr-Kreis ihre Ausbildungen vorstellen können, sagt Johannes Berner, Wirtschaftsförderer im Rems-Murr-Kreis und Mit-Initiator der Messe. Einige der Unternehmen, die hier ihre Berufsbilder vorstellen, hätten noch gar keine Messeerfahrungen.

Aber auch Jugendliche, die schon wissen, wohin die berufliche Zukunft gehen soll, können sich auf der Messe zum Beispiel über mögliche Ausbildungsunternehmen informieren oder finden unerwartete Alternativen: „Die meisten denken bei unserem Unternehmen nur an Mode“, sagt Cornelia Mayr von der Firma Peter Hahn, „dabei kann man hier zum Beispiel eine Ausbildung zum Fachinformatiker machen.“ Nina Royek, die die Messe besucht und eigentlich schon weiß, dass sie Leichenbestatterin werden will, fand hier sogar eine Alternative: „Schreinerin könnte ich mir auch vorstellen“, sagt jetzt die Schülerin.

Außer den Infoständen bietet die Messe zudem Workshops an, in denen Experten zum Beispiel über das richtige Bewerben, die Vorbereitung aufs Assessment-Center, aber auch über die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge informieren.

An fast jedem der über 80 Stände stehen den Besuchern die Auszubildenden selbst Rede und Antwort. Die Schüler können aus erster Hand erfahren, wie die Ausbildung verläuft. „Das hat auch den Vorteil, dass die Hemmschwelle für Jugendliche, Fragen zu stellen, sinkt“, sagt Kreishandwerksmeister Roland Wöhr. Die Kreishandwerkerschaft Rems-Murr ist Mitveranstalter der Messe. Dass die Jugendlichen im Mittelpunkt stehen, zeigt die Tatsache, dass sogar der Catering-Service von Schülern der Berufschulen organisiert wird.

An manchen Ständen, so an dem der Rems-Murr-Kliniken, können die Jugendlichen schon mal ausprobieren, welche Tätigkeiten im Beruf auf sie zukämen, zum Beispiel Blutdruck und Blutzuckerspiegel messen. Am Stand der Friseurakademie Scholz frisieren die Auszubildenden mit Glätteisen und Kamm die Besucher der Messe. Nicht alle, die den Stand besuchen, wollen Friseur werden. „Einige sind aber schon dabei, die Fragen zum Beruf stellen“, sagt die angehende Friseurin Vanessa Hahn. Andere Schüler machen auf der Messe schon den nächsten Schritt zur Berufswahl. Andrea-Guiseppe, der eigentlich am liebsten eine Pizzeria eröffnen würde, hat sich auf der Messe um Praktika bei einem Supermarkt und als Kfz-Mechatroniker beworben.

Unternehmen schauen sich nach guten Azubis um
Doch auch die Unternehmen profitieren vom direkten Kontakt mit den Schülern. „Es ist eine Möglichkeit qualifizierte Auszubildende, die oft fehlen, zu finden“, sagt ein Mitarbeiter der Firma Paal Verpackungsmaschinen. Die Veranstalter zeigen sich zufrieden mit der ersten Berufsmesse; bis zum Mittag waren schon über 1800 Besucher dort. Und auch die Zukunft der Messe scheint gesichert: Der Hauptsponsor, die Volks- und Raiffeisenbanken des Rems-Murr-Kreises, hat für die nächsten zwei Jahre eine Unterstützung von je 50 000 Euro zugesagt.

 

08. März 2008
Waiblinger Kreiszeitung

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FOKUS BERUF 10  Die Ausbildungsmesse im Rems-Murr-Kreis
FR 05.03 | SA 06.03.2010  Schorndorf, Schulzentrum »Grauhalde«

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